HILF MIR ES SELBST ZU TUN - Leitsatz der Montessoripädagogik

 

 

Maria Montessoris „Pädagogik vom Kinde aus“ ist bereits über 100 Jahre alt, aber noch immer genauso aktuell wie zu Beginn des reformpädagogischen Zeitalters.

Montessori-Pädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu respektieren, ihnen achtsam zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten.

  

 

Maria Montessori:

 

Begründet wurde die Montessoripädagogik von Maria Montessori, 1870 in Italien geboren, die als eine der ersten Frauen ein Medizinstudium mit Promotion abschloss. Sie kam aus gutbürgerlichem, christlichem Hause, war weit gereist und engagierte sich stark für die Persönlichkeitsrechte im Allgemeinen und die Frauenrechte im Besonderen. Auf der psychiatrischen Station eines Krankenhauses arbeitete sie mit geistig behinderten Kindern. Im Laufe der Therapie stellte sich jedoch heraus, dass diese Kinder keineswegs geistig unterentwickelt waren, sondern ihnen bislang nur jegliche Förderung gefehlt hatte. Maria Montessori entwickelte spezielle Materialien (Entwicklungsmaterial für den Bereich Sinne), mit dem es ihr gelang, die Kinder zu stimulieren, ihre Neugier zu wecken und ihre Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit anzuregen.

 

 

Montessori in Österreich:

Das erste Montessori-Kinderhaus in Österreich wurde 1917 in Wien gegründet. 1922 gründete Lili Roubiczek mit ihren Mitarbeiterinnen das „Haus der Kinder“ in der Troststraße in Wien. 1924 folgte dort die Eröffnung der ersten Montessori-Schule Österreichs. Montessoripädagogik verbreitete sich in dieser Zeit rasch auch in den städtischen Kindergärten in Wien. Zwischen 1924 und 1936 besuchte Maria Montessori mehrmals die Stadt. Aus Wien kamen damals auch wesentliche Impulse für die Weiterentwicklung der Montessori-Kunstpädagogik. Durch Elise Braun-Barnett (damals „Klavierlisl“ genannt) war auch das Thema Musik ein ganz großes. Sie spielte täglich für die Kinder.

1938 wurden alle Montessori-Einrichtungen von Nationalsozialisten geschlossen. Nach 1945 gelang ein Wiederaufbau zunächst in Innsbruck, wo 1951 ein internationaler Montessori-Ausbildungskurs stattfand. Bei diesem Anlass wurde auch die Österreichische Montessori-Gesellschaft gegründet, die bis 1954 aktiv war. 1990 wurde der „Montessori Österreich – Bundesdachverband“ gegründet, kurz danach folgte die Neugründung der Österreichischen Montessori-Gesellschaft. Ziel der ÖMG ist die Einführung, Verbreitung und Förderung der Montessori-Pädagogik auf allen Bildungsebenen.

 

 

Freiheit bei Montessori:

 

Ein leider oft missverstandenes Thema. Die angesprochene Freiheit ist nämlich keine unbegrenzte, sondern ein Freiraum innerhalb klarer Rahmenbedingungen, die soziales Zusammenleben erst möglich machen. Freiheit im Sinne von selbständigem, verantwortungsbewussten Handeln setzt Montessori gleich mit „Meister seiner selbst“ zu sein. Selbstdisziplin zu entwickeln und Verantwortung für die eigenen Handlungen genauso zu übernehmen wie die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer zu erkennen und zu achten, ist eines der Ziele der Montessori-Pädagogik. Als Voraussetzung dafür dient eine gute „Vorbereitete Umgebung“, sodass Kinder im Rahmen der Freiarbeit für ihre Entwicklung selbsttätig sorgen können.

 

Kinder entscheiden selbst, welche Spiel-, Lern- und Arbeitsangebote sie annehmen, welcher Aufgabe sie sich innerhalb welches Zeitrahmens zuwenden, mit wem sie zusammenarbeiten und wo sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten. Für alle diese Entscheidungen finden Absprachen unter den Kindern ebenso statt wie Hilfestellungen durch die Erwachsenen, wo sie nötig sind. Somit werden die sozialen Prozesse, die zur Regelung der Freiarbeit notwendig sind, zum integrativen Bestandteil der Entwicklungsarbeit

 

 

Vorbereitete Umgebung:

Die Angebote der „Vorbereiteten Umgebung“ im Innen und Außenbereich orientieren sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Dies setzt eine genaue Beobachtung der Kinder ebenso voraus wie die Kenntnis und das Erkennen von „Sensiblen Phasen“ – Zeiträume oder Zeitfenster innerhalb der kindlichen Entwicklung, in denen das Kind besonders aufnahmebereit ist für all jene Eindrücke, die einen ganz bestimmten Entwicklungsschritt erleichtern oder ermöglichen.

 

 

Für weitere Vertiefung in das Thema empfehlen wir die Homepage der ÖMG (www.montessori.at) bzw. verweisen auf unsere Literaturtipps unter der Rubrik Pädagogik.

 

Kontakt

Montessori - Haus des Kindes

Wasserleitungsgasse 2

2540 Bad Vöslau /Gainfarn

 

Tel.:

0664/9155716 (Heidi Degeorgi)

0676/7143121 (Tanja Fangl)

 

E-Mail: info@montessori-hausdeskindes.at

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