Tagesablauf

Für die Kinder beginnt der Schultag mit einem Ankommensfenster von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr.

 

Die Kinder begrüßen einander und auch die Pädagoginnen und manche von ihnen starten in die Arbeiten, die vom Vortag noch liegen geblieben sind. Viele Kinder nutzen die Zeit auch wirklich zum Ankommen und setzen sich ans Klavier und sorgen so für eine schöne Untermalung des Morgens. Einige Kinder beginnen den Tag mit der Sorge für unsere Vorbereitete Umgebung und gießen die Pflanzen, füttern unsere Fische oder bügeln und legen die Tücher für die Dienste zusammen. Daher gibt es keinen regelmäßigen Morgenkreis, der diese Individualität behindern würde.

 

In der Zeit von 8:30 bis 12:30 haben die Kinder die Möglichkeit der freien Wahl der Arbeit, der Sozialform und auch des Ortes. Diese Freiheit beginnt - wie wir zu sagen pflegen - nach der Darbietung. In diesem Freiarbeitszyklus bekommen die Kinder von den Pädagoginnen einen individuellen Input in Form von Darbietungen. Die Darbietung kann die Form einer längeren oder kürzeren Erzählung, einer Geschichte oder einer Material-Präsentation haben und kann sich entweder an einzelne Kinder, kleine und größere Gruppen und manchmal sogar an die ganze Klasse richten. Unsere Darbietungen beziehen sich auf Materialien bzw. Themen aus den Bereichen Sprache, Arithmetik, Geometrie, Kunst, Musik, Geschichte, Chemie, Physik und Biologie. 

Eine Darbietung ist als kurzer Input, aber auch als Schlüssel, der einen Bereich öffnet, zu verstehen, so dass die Kinder neugierig werden und ihrem Forscherdrang auch nachgehen können. Wir als Pädagoginnen stellen nur die Verbindung zwischen den Kindern und den Themen/Materialien her. Die Erkenntnisfindung bleibt bei den Kindern.

 

Freie Wahl der Arbeit bedeutet, dass die Kinder nach der Darbietung wählen können, ob sie mit dem gezeigten Material weiterarbeiten oder sich einem anderen, schon bekannten Material / Thema widmen. In jedem Fall gilt die Regel: es wird gearbeitet!

Eine gut sortierte Vorbereitete Umgebung ist hier hilfreich und daher ein Muss in einer Montessori–Schule. In unserer Schule finden die Kinder alle Montessori-Materialien ansprechend präsentiert und klar in Bereiche sortiert. Jedes Material hat seinen Platz und so wissen auch die Kinder jederzeit, wo sie es finden können, was wiederum ihre Selbständigkeit ermöglicht.

Im Laufe des Vormittages werden die Dienste erledigt, wozu auch das Herrichten der gemeinsamen gesunden Jause zählt. Uns ist es ein Anliegen, den Kindern eine abwechslungsreiche Ernährung anzubieten. Am besten ist es natürlich, wenn wir selbst angebautes Obst und Gemüse verarbeiten können. An dieser Stelle freuen wir uns daher immer besonders über Mitgebrachtes von zu Hause, wenn es gerade im Überfluss vorhanden ist.

 

Die Kinder können sich Ihre Jausenzeit frei einteilen und auch wählen, ob sie alleine oder in Gruppe jausnen.

Das Mittagessen wird jeden Tag (Montag bis Donnerstag) von den Kindern selbst gemeinsam mit einer Pädagogin frisch zubereitet. Auch hier legen wir wert auf Abwechslung und auf Ausgewogenheit im Sinne der Entwicklung der wachsenden Kinder. Immer dann, wenn es ein Fleischgericht gibt, bieten wir auch eine vegetarische Alternative an.

 

Ernährung ist in dieser Altersgruppe in so fern ein Thema, als das besprochen wird, wie die Nahrungsmittel wachsen/entstehen, wo das Essen herkommt, wie es hergekommen ist - kurz gesagt, wie hängt das alles zusammen und wer ist auf wen angewiesen. Interdependenzen sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten zur Wirtschaftsgeografie unseres Curriculums.

 

Generell nutzen wir die Arbeiten in der Küche auch als praktische Anwendung des im Gruppenraum Gelernten - wir bereiten also keinen Salatdressing sondern eine Emulsion, wir rechnen verschiedene Einheiten um, wir beschäftigen uns mit Volumen und Fläche aber auch mit Geografie, wenn wir wissen wollen, woher bspw. unsere Gewürze kommen. 

Nach dem Mittagessen gehen manche Kinder gleich in ihre Arbeiten zurück. Andere nutzen die Zeit im Bewegungsraum oder gehen in den Garten.

 

Wir planen zumindest einmal pro Woche einen Besuch im Rosarium im Doblhoffpark ein. Dort haben sich alle Kinder jeweils ein Rosenbeet ausgesucht und beobachten den Fortschritt des Wachstums.

 

Es ergibt sich aber auch spontan die Notwendigkeit einen kleinen Einkauf zu erledigen oder den Müll zum Sammelplatz zu bringen und zu sortieren. Wenn das Wetter mitspielt, kann es auch vorkommen, dass eine kleine Gruppe Vormittags auf die Idee kommt, ein paar Runden im Gutenbrunner Park Laufen zu gehen.

 

Alles zum Thema Bewegung und Gruppenaktivitäten planen wir also nicht strikt ein, sondern reagieren auf die Bedürfnisse der Kinder.

Und wo auch immer wir uns bewegen, die Themen aus den Darbietungen kommen automatisch immer wieder. Sind es die Blattformen aus der Biologie im Park, die Eisplatten am Bach, die Formen der Wolken, die geometrischen Formen der Dächer, die unterschiedlichen Schriftarten auf den Straßenschildern, die Frühlingsblumen im Park, die Anzahl der roten Autos, die man beobachtet und noch vieles mehr. 

 

 

 

 

Kosmische Erziehung nennen wir das Lernkonzept in der Montessori–Schule, wir geben den Kindern den Kosmos. Im und auch außerhalb des Klassenzimmers. Und meistens fragen die Kinder um 15 Uhr, warum sie jetzt schon nach Hause gehen müssen.