Meine Zeit in der Montessorischule

Heute bin ich 16 Jahre alt und besuche das ÖLSZ (Österreichische Leistungssport Zentrum) Südstadt sowie die angeschlossene Liese Prokop Privatschule in Maria Enzersdorf, wo ich Schule und Leistungssport miteinander verbinden kann. Meine schulische Reise begann jedoch ganz anders – in der Alternativpädagogik und von Anfang an in der Montessorischule Haus des Kindes in Baden.

Nach zwei Jahren in einer anderen alternativpädagogischen Einrichtung war ich bei der Gründung des Hauses des Kindes mit dabei – hautnah, als Schüler der ersten Stunde und als Sohn meiner Mutter, der Gründerin des Montessori – Haus des Kindes. Ich habe die Entstehung der Schule von Beginn an miterlebt und bin praktisch mit ihr gewachsen.

Lernen von Anfang an bewusst erleben

Meine erste Erinnerung an die Schule hängt eng mit ihrer Entstehung zusammen:
Da ich schon beim Einrichten der Schule dabei war, ist das auch meine erste Erinnerung an sie – damals noch in den alten Räumlichkeiten in der Rollettgasse in Baden. Als ich die Montessori-Materialien zum ersten Mal gesehen habe, war ich sofort gespannt darauf, was ich mit ihnen lernen und neu verstehen würde.

Das Lernen an der Montessorischule hat mir immer sehr gut gefallen, weil ich mich in die Themen, die mich interessiert haben, besonders intensiv vertiefen konnte. Freiheit bedeutete für mich nicht Beliebigkeit, sondern die Möglichkeit, Verantwortung für meinen eigenen Lernweg zu übernehmen. Martina (Anmerkung: die leitende Pädagogin, heute Schulleitung) begleitete mich immer auf Augenhöhe, und ich lernte, mich selbst zu organisieren, dranzubleiben und Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Nachhaltige Wirkung über die Montessori-Zeit hinaus

Viele Erfahrungen aus meiner Montessori-Zeit helfen mir bis heute:
Durch die Zeit an der Montessorischule hatte ich bis in die 8. Schulstufe einen Vorsprung in Mathematik, weil ich den Stoff schon kannte. Auch in Sprachen profitiere ich noch von den Materialien, die mir halfen, den Satzbau zu analysieren und wirklich zu verstehen. Die Arbeit mit den Montessori-Materialien legte ein stabiles Fundament – nicht nur fachlich, sondern auch methodisch.

Ein bewusster Schritt in ein anderes System

Mit etwa 12 Jahren entschied ich mich für einen neuen Weg. Meine Leidenschaft für den Sport wurde immer stärker, und um sie gezielt verfolgen zu können, wechselte ich ins Sportgymnasium Maria Enzersdorf und somit ins öffentliche Schulsystem.

Da ich vorher noch nie in einer Schule mit Frontalunterricht war, war das die größte Veränderung für mich persönlich. Trotzdem gelang mir der Umstieg sehr gut, und ich konnte mich schnell in das neue System einleben. Die Selbstständigkeit, die ich in der Montessori-Zeit gelernt hatte, half mir dabei enorm.

Heute: Schule und Leistungssport

Heute ist mein Alltag intensiv zwischen Schule und Training. Das ÖLSZ Südstadt und die LPPS Maria Enzersdorf ermöglichen mir, meinen sportlichen Weg konsequent zu verfolgen. Rückblickend sehe ich meine Montessori-Zeit als wertvolle Grundlage für alles, was danach kam – als Ort, an dem ich lernen durfte, wer ich bin und was mich antreibt.

Wenn ich einem Kind, das heute neu an die Montessorischule kommt, etwas sagen könnte, würde ich ihm raten: Nutze die Zeit gut. In so einer Schule kann man seine eigenen Stärken und Interessen richtig gut kennenlernen und weiterentwickeln – und das ist etwas sehr Wertvolles.

Fazit

Montessori war für mich kein Schonraum, sondern ein Raum des Wachsens. Sie hat mich vorbereitet auf Veränderungen, neue Systeme und Herausforderungen – in der Schule, im Sport und im Leben. Ich bin dankbar für diese Erfahrungen, denn sie haben mich geprägt und mir die Werkzeuge mitgegeben, selbstständig, neugierig und motiviert durchs Leben zu gehen.

 

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